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Prof. Dr. Hannsjörg Schröder

Universitätsprofessor, Institutsdirektor

Forschungsschwerpunkte 

Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der morphologischen, histochemischen und funktionellen Charakterisierung von Tiermodellen für neurodegenerative Erkrankungen.

Im Mittelpunkt unserer aktuellen Untersuchungen steht die pR5 (tau P301L)-Maus. Diese Maus weist dieselbe Mutation im Tau-Gen auf, wie sie auch bei einer menschlichen Tauopathie, der frontotemporalen Demenz, vorkommt. Das tau-Protein spielt eine wichtige Rolle für die Stabilisierung der Mikrotubuli und damit für einen ungestörten axonalen Transport. Bei Tauopathien kommt es über die Hyperphosphorylierung des tau-Proteins zu einer Funktionsminderung bis hin zum Untergang von Neuronen.

Für die meisten Untersuchungen zu Tauopathie-Modellen gilt, dass die meisten Untersuchungen sich auf das Großhirn beschränken. Neuropathologische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass bei erkrankten Menschen häufig auch das basale Vorderhirn und der Hirnstamm betroffen sind. Dies erklärt teilweise das Auftreten klinischer Symptome, die sich nicht auf den Großhirnbefall zurückführen lassen, z.B. von Gleichgewichtsstörungen (Ataxie).

Am Beispiel der pR5 Maus haben wir das cholinerge System im basalen Vorderhirn untersucht (Köhler et al. 2010), das beispielsweise bei einer anderen menschlichen Tauopathie, dem M. Alzheimer, häufig degeneriert.

Zurzeit beschäftigen wir uns mit mehreren Untersuchungsansätzen, die den zeitlichen Verlauf pathologischer Veränderungen im Hirnstamm der pR5-Maus mit zunächst einfachen funktionellen Untersuchungen (z.B. motorische Tests) verknüpfen. Geplant ist die weitere biochemische und elektrophysiologische Untersuchung ausgewählter Hirnstrukturen der pR5-Maus mit neurofibrillären Veränderungen im Vergleich zum Wildtyp.

Die Untersuchungen sollen helfen, die zeitliche Abfolge der neurofibrillären Veränderungen und deren pathophysiologische Auswirkungen besser zu verstehen.